Presse

Automobilzulieferer Behr hat 2011 Fortschritte gemacht

Stuttgart, 20. April 2012

Zusammenarbeit mit MAHLE auf gutem Weg – Weiterer Ausbau des globalen Produktions-Netzwerks mit Schwerpunkt in den Wachstumsmärkten – Zukunftsprodukte im Portfolio

2011 war für die globale Automobilindustrie ein erfolgreiches Jahr, aber auch ein Jahr gemischter Botschaften. Nach starkem Beginn mit hohen Zuwachsraten schwächten sich ab der Jahresmitte die Erwartungen, vor allem vor dem Hintergrund der Schuldenkrise im Euroraum, zusehends ab. Im Gesamtjahr stieg die weltweite Pkw-Produktion jedoch gegenüber 2010 um drei Prozent auf rund 76,6 Millionen Einheiten an; einzig der japanische Markt verzeichnete aufgrund der verheerenden Umweltkatastrophe einen starken Rückgang. Auch die globalen Nutzfahrzeug-Produktionszahlen gingen leicht nach oben, hier konnten die positiven Trends in Europa und Nordamerika die Einbußen in Asien ausgleichen.


Umsatzniveau vor der Krise übertroffen

Von dieser Aufwärtsentwicklung der Märkte profitierte auch die auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung spezialisierte Behr-Gruppe, die ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2011 um 10,6 Prozent auf rund 3,7 Milliarden EUR steigern und damit das Niveau vor der Krise 2008/2009 übertreffen konnte. Stärkste Umsatztreiber waren dabei die Regionen Europa und Nordamerika. Über alle Regionen hinweg wurden die Zuwächse vom Marktsegment Erstausrüstung getragen. Hier verzeichnete die Motorkühlungssparte von Behr das stärkste Wachstum, doch auch der Bereich Klimatisierung konnte sich deutlich verbessern.


Die Ertragslage des Stuttgarter Automobilzulieferers entwickelte sich 2011 ebenfalls positiv: Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit lag bei 135 Millionen EUR (2010: 53 Millionen EUR), der Jahresüberschuss betrug 93,2 Millionen EUR (2010: 59,9 Mio. EUR).


„Behr hat 2011 weiter Fortschritte gemacht“, zieht Peter Grunow, Vorsitzender der Behr-Geschäftsführung, Bilanz. „Das ist zum einen dem Marktwachstum geschuldet, zum anderen aber auch das Ergebnis unserer umfassenden Optimierungs- und Rationalisierungsprojekte. Beides haben unsere Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in aller Welt mitgetragen, die 2011 einmal mehr großen Einsatzwillen zeigten. Auf dieser Basis müssen wir 2012 weiterarbeiten, denn noch sind nicht alle unsere Projekte und Standorte im Zielkorridor angelangt.“


Auch dürften, so Grunow weiter, die guten Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das zweite Halbjahr 2011 für Behr bereits von abflauenden Zuwachsraten geprägt gewesen sei. Sorgen bereiteten dem Unternehmen darüber hinaus die im Jahresverlauf gestiegenen Materialpreise. „Um solche negativen Einflüsse künftig besser abfedern zu können, müssen wir mit aller Kraft auf unser langfristiges Ziel von fünf Prozent Umsatzrendite hinarbeiten. Die 2011 erzielten 3,6 Prozent Umsatzrendite reichen in unserem extrem harten Wettbewerbsumfeld nicht aus“, mahnt Grunow.


Das für 2011 ebenfalls ins Visier genommene Ziel einer erhöhten Personaleffizienz hat Behr hingegen erreicht: Trotz größerer Volumina und Umsätze wurde die Belegschaft der Behr-Gruppe nur um 5,4 Prozent auf 17.421 Mitarbeiter erhöht (Stand: 31.12.2011); im Jahr zuvor waren 16.522 Mitarbeiter bei Behr beschäftigt.


Integration MAHLE/Behr kommt gut voran

MAHLE stieg im Oktober 2010 als neuer Gesellschafter bei Behr ein. Wie geplant erhöhte der Stuttgarter Zulieferkonzern seine Anteile im Januar 2011 von 19,9 Prozent auf 36,85 Prozent. Der damit verbundene Mittelzufluss trug maßgeblich dazu bei, dass Behr seine Nettoverschuldung im Jahresverlauf weiter reduzieren konnte und nun finanziell gesichert dasteht.


Der Beteiligungsvertrag sieht vor, dass MAHLE zum 1. Januar 2013 neuer Mehrheitsgesellschafter wird, so dass der Thermomanagement-Spezialist Behr ab diesem Zeitpunkt in den MAHLE Konzern integriert werden kann.

„Wenn MAHLE und Behr zusammenwachsen, entsteht ein schlagkräftiger Zehn-Milliarden-Euro-Konzern mit zukunftsträchtigen Produkten und attraktiven Arbeitsplätzen“, betont der Vorsitzende der Behr-Geschäftsführung. „Unser Ende 2010 in beiden Unternehmen gestartetes Integrationsprojekt hat große Fortschritte gemacht. Die Teams in den Konzernzentralen und in den Regionen haben gute Arbeit geleistet, die sich nach der Mehrheitsübernahme rasch in ersten Synergie-Effekten und der Akquisition gemeinsamer Kundenprojekte niederschlagen wird.“


Dass die Partnerschaft beiden Unternehmen erhebliche Zusatzpotenziale am Markt bietet, belegen die jüngsten Erfolge im Wachstumsfeld der integrierten indirekten Ladeluftkühlung. Hier können die von Behr und MAHLE gemeinsam entwickelten Lösungen in den nächsten Jahren wichtige Beiträge zur Senkung von Emissionen und Verbrauch bei Downsizing-Motoren leisten.


Behr will global weiter wachsen

Für Behr bleiben Europa und Nordamerika vorerst die bedeutendsten Pkw- wie auch Nutzfahrzeugmärkte. Gleichzeitig will das Unternehmen jedoch seine Präsenz in den globalen Wachstumsmärkten weiter ausbauen, um deren Dynamik für sich zu nutzen.


Vor diesem Hintergrund hat Behr im zurückliegenden Geschäftsjahr nicht nur in die Ausweitung der Kapazitäten für neue Kundenprojekte, sondern auch in den Ausbau seines weltweiten Produktions-Netzwerks investiert. Neue Behr-Werke gingen 2011 in Namestovo (Slowakei) und Chennai (Indien) an den Start. Im Februar 2011 wurde Behr RUS mit Sitz in St. Petersburg gegründet;
im laufenden Jahr sollen erste Fertigungskapazitäten auf russischem Boden entstehen. Aufgrund des wachsenden Wettbewerbsdrucks sollen in den nächsten Jahren darüber hinaus für einzelne Projekte weitere Kapazitäten in Osteuropa aufgebaut werden.


Ein strategischer Schwerpunkt des globalen Wachstums liegt für Behr in Asien. So will man in China die Expansionsstrategien der internationalen Automobilhersteller unterstützen, gleichzeitig aber auch die lokalen Kunden stärker umwerben. Hierfür wurde Behrs chinesischer Footprint bereits im zurückliegenden Jahr durch ein Werk in Nanjing ergänzt, 2012 soll ein weiterer neuer Produktionsstandort in Chengdu entstehen. Auch in Indien ist ein weiterer Ausbau der Kapazitäten in Planung, während man in Japan und Südkorea künftig durch die enge Zusammenarbeit mit MAHLE noch besser Fuß fassen will.


Vorsichtig optimistisch für 2012 — dank neuen Projekten und Zukunftsprodukten

Für 2012 zeichnet sich auf dem weltweiten Pkw-Markt, nicht zuletzt aufgrund des unterschiedlichen Bildes bei Premium- und Volumenfahrzeugen, eine gedämpfte Entwicklung ab. Auch die Nutzfahrzeug-Branche plant derzeit rückläufige Bedarfszahlen. „Dennoch gehen wir davon aus, dass die Behr-Gruppe 2012 durch neue Projekte insgesamt ein leicht positives Wachstum erreichen kann“, gibt Peter Grunow eine erste Prognose ab, betont jedoch, dass die weitere Optimierung der Kostenstrukturen und Prozesse mit besonderen Schwerpunkten in Europa und Südamerika eine wesentliche Voraussetzung dafür sei. „Wenn wir daran konsequent weiterarbeiten“, ist Grunow sich sicher, „wird Behr seine Kunden auch im laufenden Jahr mit einem attraktiven Gesamtpaket aus optimalen technologischen Lösungen, wettbewerbsfähigen Kosten und exzellentem Service überzeugen.“


Produkte zum Thermomanagement von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, Innovationen zur Kraftstoff- und Emissionsreduzierung sowie zur Steigerung des Innenraumkomforts stehen deshalb auch weiterhin im Fokus der Behr-Entwickler. So ermöglicht z. B. die bedarfsgerechte Steuerung der Fördermenge über die Visco®-Kühlmittelpumpe schon heute bei Lkw eine Kraftstoffeinsparung von ca. 1 Prozent. Zusätzlich können bis zu 5 Prozent künftig mit Hilfe der Energierückgewinnung aus dem Abgas eingespart werden, für die neue Wärmeübertrager entwickelt werden. Bei Pkw sind Start-Stopp-Systeme stark im Kommen. Bei diesen Systemen kann der Behr-Speicherverdampfer die Zeit des Motorstillstandes überbrücken, den Innenraumkomfort aufrechterhalten und gleichzeitig ca. 2 Prozent Kraftstoff im Stadtverkehr einsparen. Für die Kühlung der empfindlichen Lithium-Ionen-Batterien von Hybrid- und Elektrofahrzeugen hat Behr gleich mehrere Lösungen im Portfolio, die auf die individuellen Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden können. Auch bei der Innenraumheizung von E-Fahrzeugen geht der Thermomanagement-Spezialist innovative Wege: Hier wird in Zukunft eine in den Kältekreislauf integrierte Wärmepumpe für angenehme Temperaturen im Winterbetrieb sorgen. So wird die Reichweite der Batterie um etwa 40-50 Prozent erhöht, da die elektrische Zuheizung auf sehr niedrige Temperaturen begrenzt bleibt.


Zum Unternehmen:

Die Behr GmbH & Co. KG, Stuttgart, ist Systempartner der internationalen Automobilindustrie. Die Unternehmensgruppe ist spezialisiert auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung und zählt weltweit zu den führenden Erstausrüstern bei Pkw und Nutzfahrzeugen. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2011 3,7 Milliarden EUR. Behr beschäftigt in 36 Produktionsstandorten und 17 Forschungs- und Entwicklungszentren weltweit ca. 17.400 Mitarbeiter.


Weitere Informationen erhalten Sie von:

Behr GmbH & Co. KG

Wiebke Wöllner

Group Communications

Mauserstraße 3

70469 Stuttgart

Deutschland

Tel.: 0711 / 896-2057

Fax: 0711 / 8902-2057

icon for mailto function wiebke.woellner@behrgroup.com

© 2013 Behr GmbH & Co. KG | Impressum | Nutzungsbedingungen